Windows 10
für sehbehinderte Menschen
Eine unabhängige Verbraucherinformation
für Menschen zwischen sehend und blind

www.windows-lowvision.info

Barrierefreie Computer für sehbehinderte Menschen?
Die Entwicklung - ein wenig Historie

Die Ausgabe der Informationen eines Computers erfolgt grafisch, denn sowohl der
Bildschirm wie auch der Drucker werden letztlich mit in Pixeln aufgelösten Grafiken
versorgt. Um den Inhalt des Bildschirms besser sichtbar zu machen, muss
entweder auf Inhalte zugegriffen werden, bevor sie in diese Grafiken
umgewandelt werden, oder es muss in die Umwandlung der Grafiken
eingegriffen werden. Das erfordert Schnittstellen, die einen Zugriff erlauben.
Der zweite Faktor ist die Leistungsfähigkeit der Computersysteme, da die Verarbeitung
 und abweichende Aufbereitung und Ausgabe der Informationen zusätzliche
 Rechenleistung erfordert.
Die mangelhafte Leistungsfähigkeit der Rechner machte zur Frühzeit des
Computers - noch unter dem Betriebssystem DOS von Microsoft Ende der 80-er Jahre
 Zusatzleistungen für behinderte Menschen praktisch unmöglich. Erst, als die
Rechnerleistung Multitasking möglich machte, war der Weg auch für Zusatzleistungen
für Behinderte frei. Man kann diesen Zeitpunkt etwa mit dem Jahr 1990 bezeichnen, als
Microsoft mit dem Betriebssystem Windows 3.0 auf den Markt kam.
Schon kurze Zeit später kamen Bildschirmvergrößerer auf den Markt, die auf Windows
aufbauten. Die Herstellung von ergänzender Hard- und Software setzt aber in
aller Regel voraus, dass die Programmierer von normaler Software Schnittstellen zur
Verfügung stellen, an die Hilfsmittelprogramme und –Hardware „andocken“ können.
Diese Entwicklung kam Anfang der 90-er Jahre in Gang. Microsoft leistete dabei mit
verschiedenen Generationen von Schnittstellen Pionierarbeit. Inzwischen ist die
Gleichstellung behinderter Menschen durch Barrierefreiheit als ein Menschenrecht in
UN-Konventionen und in nationalen Rechten verankert, so dass immer mehr Hilfsmittel
für den Zugang zum Computer zur Verfügung stehen. Die Gebrauchsfähigkeit der
Hilfsmittel wird aber durch andere Entwicklungen wie der Entwicklung von
Smartphones und Tablets in Frage gestellt. Windows 8 war ein Zeugnis dafür, dass
neue technische Entwicklungen behinderte Menschen benachteiligen und ihre
Integration beeinträchtigen. Mit Windows 10 hat Microsoft diese Entwicklung
ein Stück weit korrigiert.

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